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Umschuldung – Kredit umschulden

Unter der Umschuldung versteht man das Ablösen eines alten Kredites durch einen neuen Kredit mit besseren Konditionen. Denn die Zinskonditionen der Banken ändern sich regelmäßig, auch durch den sich stetig ändernden EZB-Leitzins. Von günstigeren Zinsen profitieren können aber nur aktuelle Kreditnehmer, die gerade ein Darlehen aufnehmen wollen bzw. dies vor kurzer Zeit getan haben. Darlehensnehmer, die bereits vor langer Zeit einen Kredit abgeschlossen wurde, können von den aktuell günstigen Konditionen also nicht profitieren.

Durch eine Umschuldung ist dies jedoch trotzdem möglich. Denn hier wird einfach der alte und teure Kredit abgelöst, indem ein neuer Kredit zu günstigeren Konditionen über die Restsumme der Verbindlichkeiten aufgenommen wird. Durch die Kreditumschuldung wird so die Zinsbelastung deutlich verringert. Das bedeutet, dass der Kreditnehmer entweder geringere monatliche Raten zahlen muss oder sich aber die Kreditlaufzeit des neuen Kredits im Vergleich zum alten Kredit verkürzt. Je nach eigener Situation können Sie hier frei entscheiden, welcher Weg der richtige für Sie ist. In der Regel ist es aber ratsam, die Raten zu verringern, da ein häufiger Grund einer Umschuldung eine zu hohe monatliche Belastung darstellt.

Vor- und Nachteile einer Umschuldung

Gerade bei den aktuell sehr günstigen Zinsen kann eine Umschuldung Sinn machen, indem ein alter Kredit auf einen neuen Kredit umgeschuldet wird. Wenn Sie einen laufenden Kredit umschulden, können Sie Ihre monatlichen Kosten signifikant senken, denn die Raten sind unter dem Strich in der Regel niedriger als vorher. Hierbei sollten die Konditionen und Gesamtkosten allerdings genau verglichen werden. Denn in der Regel verlangen Banken und Kreditgeber eine Vorfälligkeitsentschädigung, wenn ein Kredit aufgrund einer Umschuldung vor Ende der Laufzeit gekündigt und beglichen wird. Die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung ist gesetzlich eindeutig geregelt, auch für den Fall einer Umschuldung. Beträgt die Restlaufzeit eines Darlehens weniger als 12 Monate, darf die Bank bei einer vorzeitigen Ablösung maximal 0,5 Prozent, in sonstigen Fällen maximal 1 Prozent der Restschuld des Kredites als Gebühr veranschlagen. Es gibt auch einige Banken, die keinerlei Entgelt in Form einer Vorfälligkeitsentschädigung bei einer vorzeitigen Kreditablösung durch eine Umschuldung verlangen.

Diese Kosten für eine vorzeitige Kündigung eines Darlehens in der Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung für den bestehenden Kredit sollten Sie mit den Zinsersparnissen des neuen Kredits vergleichen. Denn nur wenn Sie diesen Kostenfaktor mit in die Kalkulation und den Vergleich verschiedener Angebote zum Kredit umschulden mit berücksichtigen, können Sie letztendlich ermessen, ob eine Umschuldung wirklich sinnvoll, sprich günstiger ist.

Einen Kredit umschulden funktioniert zudem in der Regel nur, wenn es sich um eine zweckungebundene Finanzierung bzw. einen zweckungebundenen Kredit handelt. Dies sind zum Beispiel ein klassischer Ratenkredit oder auch ein Sofortkredit. Auch die Nutzung des Dispositionskredits auf einem Bankkonto, der enorm hohe Zinsen kostet, auf einen anderen Kredit mit günstigeren Konditionen umzuschulden, macht in den meisten Fällen Sinn. Bei einem zweckgebundenen Kredit wie einem Immobilien- oder Autokredit ist eine Umschuldung hingegen meist nicht ohne weiteres möglich. Hier sollten Sie sich vorab bei dem aktuellen Kreditgeber erkundigen, ob das Umschulden des Kredits möglich ist oder nicht.

Vorteile einer Umschuldung auf einen Blick:

  • günstigere Konditionen
  • entweder geringere Raten oder kürzere Laufzeit

Nachteile einer Umschuldung auf einen Blick:

  • nicht bei allen Krediten und Darlehen möglich
  • Vorfälligkeitsentschädigung beachten

Fazit zur Umschuldung

Aufgrund der aktuell sehr günstigen Zinskonditionen kann eine Umschuldung auf jeden Fall Sinn machen. Hierdurch können die monatlichen Belastungen oder die Laufzeit eines Kredits verringert werden. Beachten müssen Sie hierbei aber, dass das Kredit umschulden nicht bei allen Krediten und Darlehen möglich ist, sondern primär bei zweckungebundenen. Fragen Sie hier im Zweifel bei Ihrem Kreditgeber bzw. Ihrer Bank nach. Zudem verlangen Kreditgeber für das Kredit umschulden in der Regel eine Vorfälligkeitsentschädigung, die Sie in die Kosten der Umschuldung unbedingt mit einkalkulieren müssen.

Zwischenfinanzierung

Um eine Immobilie zu erwerben, ist eine recht große Menge Eigenkapital wichtig. Eigene Finanzmittel sind zwar nicht immer bei einer Hausfinanzierung notwendig, aber bei einer realistischen, kompetenten und realistischen Finanzierung einer Immobilie dringend zu empfehlen. Doch manchmal kann es zu Differenzen zwischen der Menge des verfügbaren Eigenkapitals und der im Darlehen vereinbarten Summe kommen, sodass zum Zeitpunkt des Beginns des Darlehens nicht ausreichend eigenes Kapital zur Verfügung steht.

Gründe hierfür kann es viele geben: noch nicht verfügbares Eigenkapital oder nicht zahlungsreife Bausparverträge oder Lebensversicherungen, die aber in Kürze zahlungsreif werden. Auch ein Umzug aus beruflichen Gründen oder Familienzuwachs kann ein Grund sein. Er macht es oft nötig, eine neue Bleibe zu suchen. Wenn Sie bereits eine Immobilie besitzen, könnten Sie diese zur Finanzierung des neuen Hauses einbringen. Allerdings lassen sich Immobilien nicht immer innerhalb weniger Tage oder Wochen verkaufen. Was ist also, wenn das alte Objekt nicht schnell genug verkauft werden kann, um die Erlössumme in die neue Immobilie und dessen Finanzierung einzubringen.

Die Lösung: Zwischenfinanzierung

Alle genannten Fälle und noch einige weitere Szenarien sind Situationen, in denen eine Zwischen- bzw. Vorfinanzierung eine sinnvolle Option sein und den Immobilienkauf trotz der widrigen Umstände ermöglichen kann. Eine Zwischenfinanzierung ist immer dann relevant, wenn Sie eine Immobilie finanzieren möchten, aber aktuell nicht das nötige Eigenkapital aufbringen können. Es muss aber die begründete Aussicht geben, dass sich dies in absehbarer Zukunft ändern wird, wie eben durch einen in Kürze zahlungsreifen Bausparverträge oder eine zum Verkauf stehende Immobilie. Sie müssen also nur eine Lücke überbrücken zwischen Kapital, was Sie in der aktuellen Situation benötigen, das aber erst in naher Zukunft frei wird und dann zur Verfügung steht.

Das Szenario einer notwendigen Zwischenfinanzierung muss aber nicht nur beim Kauf oder Bau einer Immobilie entstehen, sondern es kann auch bei einer Anschlussfinanzierung zu Differenzen kommen. Möchten Sie zum Beispiel Ihre Ersparnisse aus einem Bausparvertrag oder einer Lebensversicherung in eine Anschlussfinanzierung mit einbringen, um so die Restschuld und monatliche Belastung bzw. Rate zu senken, können zeitliche Differenzen entstehen. Sind die Verträge noch nicht zahlungsreif, die Anschlussfinanzierung muss aber erfolgen, kann auch hier eine Zwischenfinanzierung die zeitliche Lücke überbrücken.

Das kann eine Zwischenfinanzierung

Eine Zwischenfinanzierung kann für maximal 24 Monate Laufzeit abgeschlossen werden. Die Summe der Zwischenfinanzierung ist durch die Höhe des Gegenwertes gedeckelt, also zum Beispiel des Objektwertes einer vorhandenen und zum Verkauf stehenden Immobilie oder dem Wert eines in Kürze ablaufenden Bausparervertrags bzw. einer Lebensversicherung. Während einer Zwischenfinanzierung müssen Sie als Darlehensnehmer nur die anfallenden Zinsen auf die aufgenommene Summe zahlen und keine Tilgung vornehmen. Die Schuld wird zu einem Zeitpunkt Ihrer Wahl komplett abgelöst. Mit der vollständigen Tilgung zum vereinbarten Zeitpunkt endet das Darlehen, daher wird es auch als endfälliger Kredit bezeichnet.

Eine Zwischenfinanzierung hat verschiedene Vorteile, einmal von der Überbrückung von kurzen Zeiträumen abgesehen. Sie können eine Zwischenfinanzierung jederzeit zurückzahlen und müssen hierfür keine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen. Eine Zwischenfinanzierung wird in der Regel nicht eigenständig mit einem Darlehensgeber abgeschlossen, sondern zumeist im Zusammenhang mit einem Annuitätendarlehen. In dieses fließt dann die vereinbarte Summe aus der Zwischenfinanzierung als Eigenkapital ein, da die Vermögenswerte ja bereits vorhanden, aber aktuell nicht auszahlbar bzw. verfügbar sind. Denn die vorhandene Immobilie, der Bausparvertrag oder die Lebensversicherung existieren und haben eben einen gewissen Wert. So ermöglicht es Ihnen eine Zwischenfinanzierung, mehr Eigenkapital in die Finanzierung Ihrer neuen Immobilie einbringen. Dies wirkt sich positiv auf das Verhältnis zwischen dem Beleihungswert und der Darlehenshöhe aus, was den sogenannten Beleihungsauslauf verbessert. Dies wiederum ermöglicht es Ihnen, bessere Konditionen für Ihre Immobilienfinanzierung zu erhalten, was wiederum die monatlichen Belastungen und zu zahlenden Zinsen senkt.

Vorteile einer Zwischenfinanzierung auf einen Blick:

  • Überbrücken vorübergehender Engpässe beim Eigenkapital
  • vielschichtige Gründe werden akzeptiert, wenn diese belegbar sind

Nachteile einer Zwischenfinanzierung auf einen Blick:

  • Kredit zieht sich in die Länge
  • erhöhte Kosten, da Zinsen für die Zwischenfinanzierung anfallen

Fazit zum Zwischenfinanzierung

Immer dann, wenn für die Finanzierung einer Immobilie kurzfristig Zeiträume überbrückt werden müssen, bis das geforderte oder eingeplante Eigenkapital zur Verfügung steht (z.B. bei einer noch zum Verkauf stehenden Immobilie oder einem in Kürze zahlungsreifen Bausparvertrag) kann eine Zwischenfinanzierung diese Lücke schließen. Allerdings erhöhen die Kosten für die Zinsen einer Zwischenfinanzierung die Kosten für die Gesamtfinanzierung.

Wohnbaukonto – Das Bau- & Wohnkonto

Bau- & Wohnbaukonto

Das sogenannte Wohnbaukonto ist ein spezielles Konto, das quasi nur im Zusammenhang mit einer Baufinanzierung genutzt wird. Die primäre Aufgabe des Wohnbaukontos besteht darin, dass über dieses Konto jegliche Zahlungen für den Bau einer Immobilie getätigt werden können. Dafür wird die Darlehenssumme auf dieses Konto eingezahlt, um von hier aus die diversen Kosten des Baus eines Hauses bezahlen zu können. Zudem kann der nach dem Bau optional noch vorhandene Kontostand in einen Hypothekarkredit umgewandelt werden.

Wie funktioniert ein Wohnbaukonto?

Das Wohnbaukonto ähnelt einem Rahmenkredit, kommt allerdings quasi nur im Bereich der Baufinanzierungen zum Einsatz. Zunächst nimmt der Kreditnehmer einen normalen Hypothekarkredit auf, dessen Darlehenssumme dann auf das Wohnbaukonto gutgeschrieben wird. Von diesem Konto aus können dann alle den Bau betreffenden Kosten beglichen werden. Allerdings kann das Guthaben des Wohnbaukontos eben nur im Rahmen einer Immobilie entstehenden Kosten verwendet werden, da es zweckgebunden ist und ausschließlich zum Erwerb, zum Bau oder Umbau einer Immobilie genutzt werden darf. Eine weitere Besonderheit eines Wohnbaukontos ist, dass lediglich auf die in Anspruch genommenen Teilsummen Zinsen gezahlt werden. Am Ende der Bauphase wird dann das benötigte Kapital meist in eine längerfristige Finanzierung umgewandelt, z.B. einen Hypothekarkredit.

In der Regel werden Wohnbaukonten beim Bau eines Hauses verwendet, da hier die Kosten nicht auf einen Schlag gezahlt werden müssen, sondern verschiedene Rechnungen kleckerweise vom Guthaben des Wohnbaukontos für die jeweils aktuell anfallenden Kosten bezahlt werden. Bei dem Kauf eines Hauses muss der Betrag hingegen in der Regel in einer Summe sofort nach Vertragsabschluss bezahlt werden. Hierbei ist ein Wohnbaukonto nicht unbedingt notwendig, da eben keine Geldbeträge nach und nach abgerufen werden müssen.

Vor- und Nachteile eines Wohnbaukontos?

Aufgrund seiner vielen verschiedenen Vorteile werden Wohnbaukonten in Österreich gerne und sehr häufig im Zuge einer Baufinanzierung verwendet. Großer Pluspunkt des Wohnbaukontos ist die hohe Flexibilität, von der der Kreditnehmer und Kontoinhaber des Wohnbaukontos profitiert. Denn er kann jederzeit über das auf dem Wohnbaukonto vorhandene Guthaben verfügen – aber eben nur für Kosten aus dem Bau einer Immobilie. Aufgrund der Tatsache, dass in der Regel nur sehr geringe oder gar keine Kontoführungsgebühren gezahlt werden müssen, ist ein Wohnbaukonto zudem eine günstige Lösung im Vergleich zu anderen Darlehensarten. Zudem profitieren Kunden eines Wohnbaukontos häufig auch von vergleichsweise geringen Zinssätzen, die die Finanzierung eines Hausbaus am Ende günstiger machen.

Im Vergleich zu den vielen Vorteilen gibt es nur wenige Nachteile, die Sie vor der Nutzung eines Wohnbaukontos bedenken müssen. Es ist primär für nicht allzu hohe Summen geeignet, die nach und nach abgerufen werden. Hier kann das Wohnbaukonto seine eigentlichen Stärken ausspielen. Bei recht hohen Summen wie bei einem Immobilienkauf ist ein klassischer Immobilienkredit wie ein Hypothekarkredit besser geeignet.

Vorteile eines Wohnbaukontos auf einen Blick:

  • spezielles Konto für Baufinanzierung
  • günstige Konditionen
  • hohe Flexibilität

Nachteile eines Wohnbaukontos auf einen Blick:

  • weniger geeignet für Immobilienkauf, sondern eher für Bau

Fazit zum Wohnbaukonto

Das Wohnbaukonto ist eine praktische und günstige Möglichkeit der Finanzierung des Baus einer Immobilie und wird in Österreich im Rahmen der Immobilienfinanzierung gerne genutzt. Wie bei einem Rahmenkredit kann der Kreditnehmer und Kontoinhaber nach Belieben das auf dem Konto zur Verfügung gestellte Kapital abrufen. Das Wohnbaukonto ist hierbei äußerst flexibel, bietet günstige Konditionen und auch meist einen niedrigen und damit attraktiven Zinssatz.

Bauspardarlehen

Ein Bauspardarlehen ist eine günstige Möglichkeit der Finanzierung einer Immobilie. Allerdings bedarf diese Variante einen frühzeitigen Beginn, viele Jahre vor dem Kauf oder Bau. Beim Bausparen wird zwischen der Bausparkasse und dem Bausparer ein Vertrag über eine Bausparsumme geschlossen. An diesem werden die Höhe der Sparrate und das spätere Bauspardarlehen festgelegt.

Das Bausparen ist in drei Phasen aufgegliedert: die Ansparphase, die Zuteilung und die Bauspardarlehensphase. In der Regel müssen Sie in der Sparphase ein Bausparguthaben von 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme des Bauspardarlehens ansparen, bevor Sie das Bauspardarlehen über den Restbetrag an einem festgelegten Zuteilungstermin ausbezahlt bekommen, wenn eine sogenannte Zielbewertungszahl erreicht ist. Sie wird aus dem erreichten Bausparguthaben und der Dauer der Sparphase errechnet. Mit der Auszahlung des Bauspardarlehens erhalten Sie als Bauherr das angesparte Kapital plus Zinsen von der Bausparkasse zurückgezahlt. Anschließend tilgen Sie den restlichen Betrag des Darlehens wie bei einer normaler Baufinanzierung.

Wie funktioniert ein Bauspardarlehen?

Das Bausparen funktioniert wie viele andere Einrichtungen in einem Sozialstaat nach dem Solidarprinzip. Viele Bausparer zahlen in einen großen Topf ein. Erreicht ein Bausparer das einzuzahlende Mindestguthaben, erwirbt er das Anrecht auf ein zinsgünstiges Bauspardarlehen. Dieses entspricht einem Annuitätendarlehen, das aber nur für wohnwirtschaftliche Zwecke wie den Neubau oder den Kauf einer Wohnimmobilie oder einer Wohnung sowie für Umbauten und Modernisierungen an Wohngebäuden verwendet werden kann. Nach der Auszahlung wird das Bauspardarlehen wie beim Annuitätendarlehen mit gleichbleibenden Rückzahlungen getilgt.

Ein Bausparvertrag ist nur sinnvoll, wenn Sie mit dem Kauf oder Bau von Wohneigentum erst in einigen Jahren planen. Denn durch die vorherige Sparphase dauert es je nach Vereinbarung viele Jahre, bis Sie von einem zinsgünstigen Bauspardarlehen aus Ihrem Bausparvertrag profitieren können. Der Einstieg in einen Bausparvertrag ist jederzeit ab einem Alter von 16 Jahren möglich, macht aber vor allem mit jungen Jahren Sinn.

Vor- und Nachteile von Bauspardarlehen

Wie bei allen Dingen haben auch Bauspardarlehen verschiedene Vor- und Nachteile. So müssen sich Bausparer bei Bausparkassen in der Sparphase mit vergleichsweise niedrigen Sparzinsen begnügen. Würden die monatlichen Zahlungen an die Bausparkasse während der Sparphase anderweitig angelegt, wären unter Umständen höhere Zinserträge möglich. Als Gegenleistung garantieren die Bausparkassen den Bausparern ein günstiges Bauspardarlehen für die Zukunft. Dieses ist unabhängig von der Entwicklung der Zinsen am Kapitalmarkt.

Stattdessen wird die Höhe der Darlehenszinsen bereits zum Zeitpunkt des Abschlusses des Bausparvertrages festgelegt. Damit ist es Bausparern möglich, verlässlich zu kalkulieren, da sie die Zinsen für ihr Bauspardarlehen bereits viele Jahre vor dem Kauf oder Bau einer Immobilie kennen. Steigen in der Zeit zwischen dem Abschluss des Bausparvertrages und der Auszahlung des Bauspardarlehens die Zinsen, sind Bausparer im Vorteil. Denn dann können Sie zu den günstigen Zinsen, die viele Jahre zuvor festgelegt wurden, ihr Bauspardarlehen ausgezahlt bekommen und tilgen, statt zu aktuellen Konditionen einen dann deutlich teureres Darlehen aufnehmen zu müssen. Sinken jedoch die Zinsen bis zur Auszahlung des Bauspardarlehens, können die damals festgelegten Zinsen durchaus auch zum Nachteil werden.

Ein weiterer Vorteil eines Bauspardarlehens ist die hohe Flexibilität, denn es besteht ein kostenloses Sondertilgungsrecht. Bausparverträge bzw. Bauspardarlehen gelten zudem als sichere Anlageform, da es keine Kursrisiken und -schwankungen gibt, sondern stattdessen eine feste, wenn auch nur geringe Verzinsung erfolgt. Zudem gibt es auf Bausparern zum Teil staatliche Förderungen.

Die festgelegte Rückzahlungsdauer eines Bauspardarlehens bei Bausparkassen liegt in der Regel bei etwa zwölf Jahren. Hierdurch ergeben sich im Vergleich etwa zum Hypothekendarlehen bei einem Bauspardarlehen wesentlich höhere monatliche Belastungen für den Bausparer. Zudem sollten Sie auch die einmaligen Abschlussgebühren sowie eventuelle weitere Gebühren in die Kalkulation eines Bauspardarlehens mit einbezogen werden.

Vorteile eines Bauspardarlehens auf einen Blick:

  • Planbarkeit und Sicherheit
  • Verzinsung der Spareinlage
  • dauerhaft günstige Zinsen auch bei steigendem Leitsatz

Nachteile eines Bauspardarlehens auf einen Blick:

  • Nachteile bei zwischenzeitlich sinkenden Leitzins
  • lange Sparphase und kurze Darlehensphase

Fazit zum Bauspardarlehen

Ein Bauspardarlehen ist eine meist recht günstige Möglichkeit zur Finanzierung einer Immobilie. Allerdings muss hierbei weit in die Zukunft vorausgesehen werden, da vor der Auszahlung eines Bauspardarlehens eine viele Jahre dauernde Sparphase steht. Dafür sind die Konditionen eines Bauspardarlehens meist relativ günstig und können je nach aktuellem Zinsniveau deutlich unter dem Leitzinssatz liegen.

Fixzinskredit

Der Bau oder Kauf eines eigenen Hauses ist für viele der Schritt zur Unabhängigkeit und Sicherheit, da Sie nun in den eigenen vier Wänden wohnen. Doch in den seltensten Fällen ist der Kauf oder Bau einer Immobilie ohne ein Darlehen bzw. eine Finanzierung möglich, da nicht jeder die enormen Summen für den Kauf oder Bau eines Hauses bar auf den Tisch legen kann. Das ist aber auch kein Problem, da Immobilienfinanzierungen in der heutigen Zeit Gang und Gebe sind.

Allerdings gibt es bei der Finanzierung des eigenen Hauses auch eine Unsicherheit: die Zinsen, die auf die Darlehenssumme anfallen. Was ist, wenn die Zinsen in der Zukunft so drastisch steigen, dass Sie sich die monatlichen Raten für die Abzahlung des Kredites nicht mehr leisten können? Wenn Sie hier auf Nummer sicher gehen wollen, entscheiden Sie sich für einen Fixzinskredit. Dies ist die sicherste Art der Baufinanzierung, da Zinsänderungen während der Laufzeit keinen Einfluss auf Ihre Finanzierung haben.

Der ideale Zeitpunkt für Fixzinskredite

Während in Deutschland Finanzierungen mit einem Fixzinszinssatz seit vielen Jahren quasi eine Selbstverständlichkeit sind, sind Fixzinskredit in Österreich im Vergleich zum nördlichen Nachbarland immer noch eine weniger verwendete Finanzierungsform. Eigentlich unverständlich, denn ein Fixzinskredit ist zu empfehlen, wenn für Sie finanzielle Sicherheit und Planbarkeit wichtig sind. Bei einem Fixzinskredit bleiben die anfänglich vereinbarten Konditionen der Finanzierung über die gesamte Laufzeit des Darlehens gleich. Damit unterscheidet sich diese Finanzierungsform von einer Finanzierung mit variablen Zinsen, bei der Zinsänderungen (z.B. durch Anhebung des EZB-Leitzins) auch während der Laufzeit eintreten können.

Aktuell ist der ideale Zeitpunkt für Fixzinskredite. Dank der im Moment herrschenden Phase mit extrem niedrigen Zinsen ist nicht nur jetzt die Finanzierung einer Immobilie sehr günstig, sondern bleibt es auch über die gesamte Laufzeit des Darlehens. Bei den meisten Darlehensgebern können Sie einen Fixzinskredit mit einer Laufzeit von 10, 15 oder 20 Jahre abschließen. Generell gilt hierbei, dass die Zinsen umso niedriger sind, je kürzer die Laufzeit des Fixzinskredites ist. Nach der Fixzinsperiode werden variable Zinsen berechnet oder eine neuerliche Fixzinsvereinbarung im Rahmen einer Anschlussfinanzierung für den Kredit getroffen. Hierbei ist es heute allerdings nicht möglich vorauszusagen, wie hoch die Zinssätze nach der Fixzinsbindung sein werden, da diese von den jeweiligen Refinanzierungssätzen in der Zukunft abhängen.

Vorteile eines Fixzinskredits auf einen Blick:

  • Planbarkeit
  • dauerhaft günstige Zinsen
  • Laufzeiten bis 20 Jahre

Nachteile eines Fixzinskredits auf einen Blick:

  • Meist keine ponälefreie Sonderzahlungen möglich
  • Unsicherheit über Anschlussfinanzierung nach Ablauf der Fixzinsbindung

Fazit zum Fixzinskredit

Der Fixzinskredit ist eine günstige und sichere Finanzierungsmöglichkeit von Immobilien, da beim Vertragsschluss der Zinssatz für die komplette Laufzeit fixiert wird. Damit sind die Kosten deutlich besser planbar als bei einer Finanzierung mit variablen Zinsen, bei der Zinsänderungen während der Laufzeit eintreten können. Steigen die Zinsen während der Laufzeit eines Kredites an, kann dies die gesamte Finanzierung gefährden, da die Raten drastisch steigen können. Genau dies kann Ihnen mit einem Fixzinskredit nicht passieren. Daher erfreut sich der Fixzinskredit in Österreich immer größerer Beliebtheit.